Neues vom Acker KW 48

Themenwoche Technik, Infrastruktur und Zeugs. Ich fotografiere ja selbst am allerliebsten schönes Gemüse in Nahaufnahme bei besonderem Lichteinfall. So langsam vergeht draußen alles, morbide Vanitas-Symbole wären auch ein schönes Sujet, aber diesmal steht die Ästhetik des Alltäglichen im Vordergrund. Für alle, die noch nicht das Vergnügen hatten, uns in der Gärtnerei aufzusuchen - so sieht unser Arbeitsplatz aus. Bzw., das sind die aufgeräumten Bereiche. Vielleicht mache ich noch mal eine Themenwoche Rumpelecken.

Ein bisschen temporäre Rumpelecke ist in Oles Auto zu sehen: Nicht der Auszug aus Ägypten, aber der Auszug vom Eggers Acker. Wir wintern nicht nur die Pumpe ein, bergen die damit verbundenen zu reinigenden Teile, sondern wir haben (mit Hilfe von unermüdlichen SoLawistas) 300 m Bewässerungsrohr aufgerollt und lassen es von einem Bekannten auf dem LKW zu unserem neuen Acker ("Mattens Acker", benannt nach demjenigen, der ihn uns überlassen hat) bringen. Eggers adé (für ca 2 Jahre), Hello Mattens Acker.

Das Gefährt, welches sich dort so neckisch von der Seite präsentiert ist "die Partnerin", unsere kleine Einachser-Maschine mit Anhänger, die uns - klaglos aber nicht ohne Lärm - diesen Herbst die Lagerernte und solange der Boden nicht zu nass ist, auch im Winter alles vom Feld zum Auto transportiert: Porree, Grünkohl, Wirsing, Rosenkohl, Superschmelz, Sellerie, Rotkohl.

Was wirklich schade ist, dass die Bilder oben nur zwei Bearbeitungszustände abbilden. Der Vorher-Zustand mit dem 2 m hohen Schilf in den Gräben fehlt. Auf den ersten drei Bildern sieht man die Gräben nach dem "Schlegeln", also abmähen/kleinhäkseln der Vegetation, des Schilf. Und dann kam in unserem Auftrag der Bagger. Die Gräben, die unseren neuen Acker (wir haben gelernt "Mattens Acker") durchziehen und flankieren sind jetzt auf 1,20 m unter Geländeoberfläche ausgebaggert, das erste mal seit 17 Jahren.  Wir sind damit auf der sicheren Seite, dass der schwere Boden des Ackers über die Gräben drainieren kann, und dass wir uns zur Bewässerung der Gemüsepflanzen aus den Gräben bedienen können. Das Biotop wurde damit allerdings einmal abgeschoben... Zu erkennen auf dem untersten Bild sind die Spuren des Baggers. Uns spielt der ungewöhnlich trockene Herbst in die Hände, bei nassem Boden wirkt sich der Bodendruck der Fahrzeuge nicht ganz so verheerend aus. Der Grabenaushub landet auf 3 m neben der Böschung und ist als pure Organik Gold wert für den Boden. Vielleicht macht es sogar die Verdichtung durch Befahren wett.

 

Ah, nächste Woche werden wir anstatt Mittwoch wohl am Dienstag auf dem Acker sein - und euch dort zur Mithilfe willkommen heißen.

Heute hatten wir bei schönstem Sonnenschein Unterstützung von Auline und Marlene - vielen Dank!

 

Schönen Gruß von Inga