Neues vom Acker KW 12

Liebe SoLawistas,


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Ein kleines Dementi: Es klang vielleicht so in der Ackerpost, aber ich bin weder Humanbiologin, Virologin oder sonstiges. 

Es ist schmeichelhaft, dass mir so viel zugetraut wird, aber als Botanikerin und Bodenkundlerin kenne ich mich mit Grünzeug und Dreck aus. That's it.

Ich hab bzgl Corona keinen Expertinnen-status. 

Wir sehen natürlich zu, dass wir uns Informationsmäßig up to Date halten und entsprechend handeln. 

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die Corona-Krise ist natürlich auch für uns, die wir Lebensmittel produzieren und sie an euch verteilen, ein Thema. Wir haben uns die Frage gestellt, in wie weit der Virus über das Gemüse übertragen werden könnte. Unser Anbauverband BIOLAND zitiert hierzu das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR):

 

„Der wichtigste Übertragungsweg ist eine sogenannte Tröpfchen-Infektion, bei der die Coronaviren von infizierten Menschen oder Tieren über Tröpfchen in die Luft abgegeben und anschließend eingeatmet werden. Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen auf anderem Weg, etwa über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch importiertes Spielzeug, mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Auch für andere Coronaviren sind keine Berichte über Infektionen durch Lebensmittel oder den Kontakt mit trockenen Oberflächen bekannt. Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind allerdings durch Schmierinfektionen denkbar. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich“ (BfR).

 

Das Robert Koch Institut zu der Frage

"Besteht die Gefahr, sich über Lebensmittel, Oberflächen oder Gegenstände mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) anzustecken?

 Bei Coronaviren, die respiratorische Erkrankungen verursachen können, erfolgt die Übertragung primär über Sekrete des Respirationstraktes. Gelangen diese infektiösen Sekrete an die Hände, die dann beispielsweise das Gesicht berühren, ist es möglich, dass auch auf diese Weise eine Übertragung stattfindet. Deshalb ist eine gute Händehygiene wichtiger Teil der Prävention. Generell gilt: Die Übertragungsmöglichkeiten über Oberflächen hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab. Wissenschaftliche Untersuchungen zu dem Thema finden unter experimentellen Bedingungen statt und können nicht das realistische Übertragungsrisiko im Alltag widerspiegeln."

 

Spiegel online schreibt zum Überdauern der Viren auf Oberflächen:

Neue Laborexperimente haben nun gezeigt, dass Sars-CoV-2 bis zu drei Tagen auf bestimmten Oberflächen überdauern kann - etwa auf Plastik oder rostfreiem Stahl. Die US-amerikanischen Forscher, die ihre Studie vorab veröffentlicht haben, fanden in ihrer noch nicht durch unabhängige Gutachter bestätigten Untersuchung außerdem heraus, dass das Coronavirus bis zu vier Stunden auf Kupfer, bis zu 24 Stunden auf Karton oder Pappe und bis zu drei Stunden in feinen Partikeln in der Luft (Aerosole) infektiös ist."

 

Es bleibt also Unsicherheit, wie lange die Viren auf feuchten Oberflächen wie Gemüse überdauern. Da das meiste Gemüse zum Kochen verwendet wird, oder vor dem Verzehr mit einer Bürste geschrubbt werden muss, denken wir, dass wir hier safe sind. Anders beim Salat, der nicht so gründlich gewaschen werden kann.

Wir werden daher als Vorsichtsmaßnahme bis auf Weiteres bei der Ernte Mundschutz und Handschuhe tragen.

 

Dann hoffe ich, dass wir das alle zusammen gut durchstehen. Bleibt gesund und passt auf euch und eure Mitmenschen auf!

 

Und sonst - auf dem Acker?

 

Als ich Dienstag das erste Mal nach einer Woche Rügen wieder in der Gärtnerei war, konnte ich meinen Augen kaum trauen: Das riesige Regal, das Uwe und Jan uns gebaut haben, macht's möglich, Ordnung zu halten, trotz unserer mittlerweile beachtlichen Materialsammlung. Die nach Market Gardening Prinzip angelegten Dauer-Beete sind zum Teil angelegt, und seit gestern auch schon mit Möhren und Spinat bepflanzt und besät. Wir haben drei Varianten der Dauer-Beete geplant, unten seht ihr die Variante "Pappe unter Kompost". Dann gibt es noch "Nur Kompost" und "Bändchengewebe über Kompost".

Zwischen die Möhren streuten wir versuchsweise ein wenig Tagetes-Saat, um mit ihrem Duft Nematoden abzuwehren, die eure Möhren beinig werden lassen. Dank der im Februar auf unseren Flächen ausgelegten Folien waren sie diese Woche relativ trocken und wir konnten den Boden bearbeiten, um Mangold und bald Spitzkohl, Kohlrabi, Rucola zu pflanzen.

Außerdem wurden heute die gekeimten Paprika- und Auberginen-Pflänzchen pikiert - sie brauchen jetzt mehr Platz als bei Ole vorm Fenster vorhanden, so haben wir also heute erstmals das Anzuchtgewächshaus angeheizt. und uns von Wolfgang zeigen lassen an welchem Schräubchen man drehen, mit welchem Hebel man pumpen, und in welchen Stutzen man Wasser gießen muss, damit die Heizung auch  läuft.

Wahnsinn, es geht richtig los.

Das letzte Foto unten  - nicht so gut zu erkennen - ist übrigens in unsrem Lager aufgenommen. Bis knapp unter die Decke stapeln sich dort Möhren, Weißkohl, Sellerie, Steckrübe (gerade noch genug Platz, um darauf zu klettern und dies Foto aufzunehmen). Es gibt also noch eine Weile was zu Essen.

 

Schöne Grüße und alles Gute euch

Inga